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Tempelberger Senioren auf froher Fahrt 

Am 27. Juni machten sich die Tempelberger Senioren bei herrlichem Sonnenschein – wie konnte es auch anders sein – auf die Reise in den Spreewald. Der kleine Reisebus kam superpünktlich und sammelte an den beiden Bushaltestellen 21 Reiselustige ein. 

Keiner der zahlreichen Spreearme war unser Ziel, kein Spreewaldkahn erwartete uns. Es ging nach Straupitz in der Nähe von Lübben. Auf der 1 ½stündigen Fahrt hatten wir gute Gelegenheit, die schöne brandenburgische Landschaft zu betrachten. Pünktlich waren wir an unserem ersten Ziel, der nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel erbauten und 1828 fertig gestellten Kirche in Straupitz. Dort waren wir um 11.00 Uhr mit Frau Kupke verabredet, die uns viel Wissenswertes über die Kirche, den Ort Straupitz und die Familie Houwaldt erzählte, die maßgeblichen Anteil an dem Aufbau und Erhalt der Kirche hatte. Die Größe, die Einfachheit und Zweckmäßigkeit des klassizistischen Baustils beeindruckten uns sehr.

Als alle Fragen beantwortet waren, stiegen wir wieder in den Bus und ließen uns zum nächsten Ziel, der Holländermühle, fahren. 

Nein, nicht nach Holland, sondern nur einen knappen Kilometer weit, wo auf einem kleinen Hügel eine funktionstüchtige Mühle steht. Die Holländermühle ist 1850 anstelle einer hölzernen Bockwindmühle erbaut worden. 1885 wurde eine Sägemühle angebaut und 1910 eine Ölmühle. 1924 wurde die Mühle komplett auf Elektrobetrieb umgestellt, weil ein Blitzschlag die Flügel zerstört hatte. Ab Mitte der 60er Jahre wurde die Mühle schrittweise stillgelegt und war dem Verfall preisgegeben. Ab 1984 stand die Mühle unter Denkmalschutz. 1988 verkaufte die Müller-familie das gesamte Mühlenareal. Durch Restaurie-rungsmaßnahmen wurden 1994 die Öl- und die Säge-mühle wiederhergestellt. 2001/ 2002 folgte die Komplettsanierung. Seit 1998 ist die Gemeinde Straupitz Eigentümer und hat den gesamten Mühlenkomplex an einen gemeinnützigen Verein verpachtet, der sie auf eigene Kosten betreibt. Die Mühle ist in allen Teilen voll funktionsfähig, läuft aber nur als Ölmühle im Dauerbetrieb. 

 So viel zur Geschichte. Wir kamen gegen 12.00 Uhr an und ließen uns erst einmal das Mittag-essen schmecken. Es gab gute Hausmannskost – natürlich auch Quark mit dem dort produ-zierten Leinöl. Das schmeckte, so frisch wie es war, unvergleichlich gut. Jeder nahm sich vor, im kleinen Hofladen vor der Rückfahrt noch einzukaufen

Bis 13.00 Uhr waren wir gesättigt und startklar für eine kompetente Führung durch Sägemühle, Ölmühle und Windmühle. Zuerst ging es zur Sägemühle, wo uns die beiden Gatter zum Zer-sägen dicker Stämme beeindruckten; bei unserer Ankunft hatten wir schon dicke geschnittene Bohlen auf einem Schubwagen liegen sehen.  

Nur ein paar Treppenstufen tiefer und wir waren schon in der Ölmühle, in der früher auch die Abfälle der Holzmühle verwertet wurden. Wie gesagt, die Ölmühle funktioniert auch heute noch im Dauerbetrieb und so haben wir uns ansehen können, wie aus den glänzenden Körnern Leinöl gepresst wird. Der Müller zeigte uns den übrig bleibenden „Leinöl-kuchen“, erklärte uns, wie gut die Inhaltsstoffe wären und was man daraus machen könne. Das trug entscheidend dazu bei, dass wir vor der Rückfahrt letztenendes nicht nur Leinöl, sondern auch Leinkuchen-mehl und Leinölbrot kauften.

Kaum waren wir ein paar Schritte aus der Ölmühle getreten, standen wir auch schon in der Windmühle, die einmal der alleinige Antrieb der beiden anderen Mühlen gewesen war. Die Funktionsweise konnten wir dank kompetenter Erklärung gut nachvollziehen, auch wenn heute die Elektrizität zuverlässiger die Energie liefert. Nicht ohne Grund hatte man die Besteigung der Mühle erst für das Ende der Führung geplant; einige streikten nun doch und wollten sich die Treppen bis in die 3. Etage nicht mehr antun. Schade, denn die Aussicht wie die Einsicht waren den Aufstieg wert. 

Als wir unsere Besichtigung beendet hatten, waren schon die Tische mit Kaffee und frischem  Blechkuchen für uns gedeckt. 

Die Rückfahrt war für 15.00 Uhr vorgesehen. Angesichts der noch kommenden Ereignisse des Tages hatten wir früh morgens schon mit Fahrer Bernd vereinbart, dass er mit dem Bus schon um 14.30 Uhr bereitstehen möchte. Es standen auch alle um diese Zeit bereit für die Rückfahrt. Unsere Hoffnung war groß, pünktlich zum Anpfiff des Fußballspiels Deutschland : Südkorea um 16.00 Uhr wieder in Tempelberg zu sein. Busfahrer Bernd tat sein Bestes und wir bedankten uns entsprechend bei ihm. Aber unser Daumendrücken hat nicht geholfen und so werden wir lieber die positiven Erinnerungen des Ausflugs von diesem Tag in Erinnerung behalten.

 

Christel Fielauf

i.A. der Ortsvorsteherin

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